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Fort-und Weiterbildung

Fort- und Weiterbildung in der
Klinik für Neurologie

Die Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters wird in unserer Klinik nach einem erprobten Konzept durchgeführt. Am ersten Tag werden die notwendigen Arbeitsmittel (z.B. Arbeitskleidung, Computer, Telefon) zur Verfügung gestellt, außerdem finden Vorstellungen im Team und bei der Betriebsleitung statt. Die persönliche Betreuung und klar definierte Ansprechpartner sind obligat. Organisationsstrukturen sind in Arbeitsanweisungen schriftlich fixiert.

Inhaltlich findet eine schrittweise Heranführung an das komplexe Fachgebiet der Neurologie statt. Ein Tutor, zumeist ein erfahrener Assistenz- oder Facharzt, soll für unmittelbar auftauchende Fragen jeder Art zur Verfügung stehen. Die Zuordnung zum Oberarzt geschieht in Abhängigkeit vom Einsatzort. Ganz im Vordergrund der initialen Ausbildung steht die klinische Arbeit auf der Akutstation mit allen Aspekten der Patientenversorgung. Patientenabnahmen durch den Oberarzt finden morgens und nachmittags statt. Hier werden grundsätzliche klinische Untersuchungsmethoden besprochen und eingeübt sowie der Umfang der Zusatzdiagnostik festgelegt. Der Aufnahmebogen ist so entworfen, dass er die schrittweise Befunderhebung nachvollzieht, so dass keine wesentlichen Untersuchungsbestandteile vergessen werden können.

Die ärztlichen Anordnungen werden vom Assistenzarzt in der elektronischen Patientenkurve fixiert. Als Besonderheit haben wir Patientenpfade eingeführt, die die Hauptdiagnosen unserer Fachabteilung abdecken. Beispielsweise wird durch die Anordnung "Schlaganfallpfad" im Computersystem eine Reihe von Aufträgen (grundsätzliche und optionale) generiert, wodurch ein enormer Zeitgewinn entsteht und Lücken, die im Nachhinein gefüllt werden müssten, vermieden werden. Laborwerte und Röntgenbilder werden ebenfalls im Krankenhausinformationssystem (KIS) abgerufen, lästiges Suchen und Ordnen entfällt komplett. Jeder Arzt erhält ein eigenes Ipad, mit dem ständig über das WLAN-Netz des Hauses die gesamte elektronische Krankenakte einsehen kann. Eine Patientenkurve in Papierform wird nicht mehr geführt.

Die Führung des Krankenblattes und das Erstellen des Arztbriefes obliegt dem Assistenzarzt. Auch hier gibt es sinnvolle elektronische Hilfen. Der Arztbrief wird nach einer Vorlage im Gerüst automatisiert vorgegeben, die Befunde werden an entsprechender Stelle eingetragen, häufig durch "Copy und Paste" (z.B. bei Röntgenbefunden). Textbausteine und Wortergänzungen (z.B. bei der Eingabe von Medikamenten) runden die Eingabehilfen ab. Die verordneten Medikamente werden hinsichtlich unerwünschter Wechselwirkungen elektronisch überprüft. Sie können dann in dem während des stationären Aufenthaltes gewachsenen Entlassungsbrief ausgedruckt werden.

Die Visiten werden täglich durchgeführt, ergänzt durch 2 Chefarztvisiten pro Woche. Letztere beginnen mit einer Vorbesprechung im Arztdienstzimmer auf Aktengrundlage. In durchweg freundlicher Atmosphäre werden hier Ausbildungsgespräche in erweiterter Runde geführt. Diskussionen oder Abfragen von Wissensinhalten vor dem Patienten werden strikt vermieden.

Ein frühes Heranführen an die Zusatzdiagnostik liegt im Interesse aller. Jeder Arzt ist für die Vollständigkeit der vorgesehenen Untersuchungen und deren Durchführung verantwortlich. Die Heranführung an die technischen Methoden geschieht nach dem Prinzip "learning by doing". Der neue Mitarbeiter führt die Untersuchungen mit seinem Facharzt/Oberarzt zusammen durch, bis er die entsprechenden Fähigkeiten entwickelt hat. Auf diesem Wege wird vermieden, dass man erst gegen Ende seiner Ausbildungszeit mit dem komplexen Gerätepark der Klinik in Kontakt kommen. Wir sehen in der Erlernung des EEGs nach wie vor einen wesentlichen Bestandteil der neurologischen Ausbildung. Daher gibt es pro Woche eine EEG-Besprechung, in der per Beamerprojektion die Ableitungen demonstriert und zusammen nachbefundet werden. Für die Elektroneuro- und -myographie sowie für die evozierten Potentiale stehen 3 Messplätze zur Verfügung. Die neurosonologische Ausbildung findet an 2 Duplexgeräten sowie an einem Dopplergerät, das zur HITS Detection geeignet ist, statt. Die autonome Funktionsdiagnostik sowie die videoendoskopische Schluckdiagnostik wird erst im Verlauf der Ausbildung erlernt.

Die Röntgenbesprechungen werden 5x pro Woche abgehalten. Die Beamerprojektion der Bilder lässt eine übersichtliche Darstellung für alle, auch in der letzten Reihe, zu. Die Chefärztin der Radiologie hat die Zusatzbezeichnung "Neuroradiologie". Die apparative Ausstattung ist extrem gut und umfasst 2 Kernspintomographen (1,5-3 Tesla), ein schnelles Spiral-CT sowie eine moderne Angiographieanlage, an der die Interventionen (Thrombektomie, Stentanlage, Aneurysma-Coiling) durchgeführt werden.

Es findet eine regelmäßige Rotation in die verschiedenen Arbeitsbereiche statt: Akutstation, Stroke unit, Reha-Klinik, altersmedizinische Abteilung, Ambulanz, Intensivstation. Auf diesem Wege wird sichergestellt, dass alle Ausbildungsinhalte, die zum Erwerb der Facharztreife notwendig sind, auch tatsächlich erworben werden (s. Ausbildungcurriculum). Persönliche Interessen können dabei berücksichtigt werden, wenn zum Beispiel die Zusatzbezeichnung "Rehabilitationswesen" angestrebt wird.

Die Dienstplangestaltung liegt in den Händen der Assistenzärzte. Die Berufsanfänger nehmen erst dann daran teil, wenn sie die entsprechendenn Fähigkeiten erworben haben. Dies ist in aller Regel nach etwa 3 Monaten erreicht. Wir haben ein arbeitszeitgesetzkonformes Modell entwickelt, das Schichtdienste vermeidet und die individuellen Wünsche der Assistenzärzte berücksichtigt. Aktuell nehmen 11 Assistenten an den Nachtdiensten teil, so dass eine geringe Belastung entsteht (etwa 3-4 Dienste pro Monat). Für die Stroke unit ist ein Spätdienst eingerichtet. Die genaue Beschreibung der Arbeitszeiten finden sie über diesen Link.
Auf Wunsch können natürlich auch mehr Dienste erbracht werden. Die Möglichkeit zur Ausbildung zum Notarzt und zur Teilnahme am Notarztdienst besteht ebenfalls.

Es gibt regelmäßige hausinterne Fortbildungen. Die abteilungseigene findet jeden Dienstag statt. Hier werden Themen besprochen, die für den klinischen Alltag von Relevanz sind. Neben tagesaktuellen Studienergebnissen werden aber grundsätzliche Wissensinhalte vermittelt. Einen Themenüberblick finden Sie hier. Darüberhinaus gibt es eine wöchentliche interdisziplinäre Fallkonferenz (2 CME Punkte) sowie eine fachübergreifende Fortbildung mit 9 Themenschwerpunkten im Jahr.

Begleitet wird der Ausbildungsgang durch regelmäßige Gespräche mit dem Chefarzt, in denen die Lerninhalte definiert werden und das Erreichte kritisch bewertet wird.
Körperkompass
KTQ-Zertifikat
Knappschaft
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