Die Klinik bietet Ihnen eine Vielzahl an neurologischer Untersuchungsverfahren an:

Die Klinik bietet Ihnen eine Vielzahl an neurologischer Untersuchungsverfahren an:

Das Untersuchungsverfahren Liquorpunktion

Das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) wird von einer Flüssigkeit umspült (Liquor cerebrospinalis = Nervenwasser). Die Menge beträgt etwa 125 ml, eine vollständige Erneuerung findet alle 6 Stunden statt. Der Liquor dient als Puffer gegenüber mechanischer Gewalteinwirkung und schützt gleichzeitig vor giftigen Substanzen und Krankheitserregern (Blut-Liquor-Schranke).

Die Untersuchung wird entweder im Sitzen oder im Liegen durchgeführt. Dabei werden alle hygienischen Maßnahmen wie Desinfektion, Verwendung steriler Handschuhe und Nadeln berücksichtig. Von entscheidender Bedeutung ist die richtige Position des Patienten:
„Katzenbuckel“ einnehmen, Schultern nach vorn, Kopf abgesenkt. Der Arzt bringt die Nadel zwischen dem 3. und 4. Lendenwirbelkörper ein. Das normalerweise klare und dünnflüssige Nervenwasser wird in mehrere Probenröhrchen abgelassen. Danach wird die Nadel wieder entfernt und ein steriler Verband angelegt. Der Patient hält anschließend Bettruhe ein. Eine ärztliche Überwachung ist zur Erkennung und Behandlung von Komplikationen notwendig.
Die Punktionsstelle liegt deutlich unterhalb des untersten Abschnitts des Rückenmarks, so dass die Bezeichnung „Rückenmarkspunktion“ falsch ist.
Es werden etwa 5-10 ml entnommen, eine geringe Menge, die innerhalb kürzester Zeit wieder nachgebildet wird. Bei manchen Krankheiten werden auch größere Mengen (bis zu 50 ml) entnommen, ohne dass es hierdurch zu Komplikationen kommt.

  • Erregerbedingte Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute können nur durch eine Untersuchung des Nervenwassers festgestellt werden (Bakterien, Viren und Pilze sowie Parasiten).
  • Blutungen in das Nervenwasser (Subarachnoidalblutungen), zumeist verbunden mit heftigen Kopfschmerzen, werden durch eine Liquorpunktion festgestellt.
  • Absiedlungen von Krebserkrankungen in die Hirnhäute können mit der Nervenwasseruntersuchung diagnostiziert werden.
  • Spezielle Untersuchungen des Liquoreiweißes sind wesentlich für die Diagnose der multiplen Sklerose, aber auch für die Unterscheidung verschiedener Demenzerkrankungen. < <
  • Erkrankungen der Nervenwurzeln teilen sich dem Nervenwasser mit.
  • Messungen des Liquordrucks sind möglich und geben Rückschlüsse auf bestimmte Erkrankungen (z.B. Pseuotumor cerebri).
  • Mittels einer Lumbalpunktion können Medikamente direkt in das Nervenwasser gegeben werden, z.B. zur Linderung von spastischen Lähmungen.
Die Untersuchung des Nervenwassers ist ein unverzichtbares Element in der neurologischen Diagnostik.
Das Untersuchungsverfahren Ultraschall

Der nach dem österreichischen Forscher Christian Doppler (1803-1853) benannte Effekt ist Ihnen sicher aus dem Alltag bekannt: eine Polizei-Sirene wechselt die Tonhöhe in dem Moment, in dem der Polizeiwagen vorbeifährt. Dieser Effekt tritt bei allen bewegten Schallquellen auf und man kann daraus ihre Bewegungsrichtung erschließen. In abgewandelter Form macht man sich dieses Prinzip bei der Untersuchung von oberflächlich gelegenen Schlagadern zunutze: bei Beschallung mit einer speziellen Sonde werfen die fließenden Blutkörperchen einen Teil des Schalles zurück. Wenn man den reflektierten Schall misst, kann man die Richtung und die Geschwindigkeit des Blutflusses in den Schlagadern messen. In der Neurologie ist diese Messung vor allem von Bedeutung, um drohende Durchblutungsstörungen des Gehirns aufgrund von Verengungen der Halsschlagadern (z.B. durch Arteriosklerose) erkennen zu können oder um bei einem abgelaufenen Schlaganfall eine mögliche Ursache zu finden.

Sie liegen oder nehmen in einem bequemen Untersuchungsstuhl Platz. Der Untersucher verwendet eine Schallsonde. Nachdem auf der Haut ein Gel aufgebracht worden ist, dass die Leitfähigkeit für Schall verbessern soll, wird systematisch mit der Schallsonde die Haut über den einzelnen Halsschlagadern abgetastet. Der als Rauschen hörbar gemachte Blutfluss wird daraufhin beurteilt, ob in der untersuchten Ader eine normale Flussrichtung des Blutes besteht oder ob der Blutfluss durch eine Verengung beschleunigt ist. Die Untersuchung ist gefahrlos und kann beliebig oft wiederholt werden.

  • Da die großen hirnversorgenden Gefäße sehr oberflächlich in der Halsregion lokalisiert sind, können auch sehr früh Veränderungen, wie sie z.B. bei der Arteriosklerose anzutreffen sind, festgestellt werden.
  • Einengungen der Halsschlagadern können ausgemessen und in Prozentpunkten angegeben werden. Hieraus können weitreichende Konsequenzen bis hin zur Operationsentscheidung resultieren.
  • Einrisse der Gefäßinnenhaut können als Schlaganfallursache identifiziert werden. <
  • Bei der transkraniellen Beschallung, ausgehend von der Schläfe oder Nackenregion, können die Gefäßabschnitte direkt im Gehirn beurteilt werden. <
  • Mit Hilfe spezieller Techniken können Embolien ins Gehirngewebe sichtbar gemacht werden (HIT-Detection).
  • Sollte ein hirnversorgendes Gefäß verschlossen sein, können Aussagen über die Ausbildung von alternativen Blutversorgungswegen getroffen werden (sog. Kollateralenbildung). <
  • Insgesamt hat diese Untersuchungsmethode einen sehr hohen Stellenwert in der neurologischen Diagnostik. Sie ist ein fester Bestandteil in der täglichen Arbeit des klinisch tätigen Neurologen geworden. Sie kann zunehmend häufig die nicht ganz risikoarme Angiographie (Kontrastmittel gestützte radiologische Untersuchung) ersetzen.
Das Untersuchungsverfahren EEG - Elektroenzephalographie

Auf die Kopfhaut werden Metallplättchen (Elektroden) aufgesetzt (meist 21). Zwischen jeweils zwei Elektroden werden in verschiedenen Kombinationen die elektrischen Spannungsunterschiede gemessen, mit einem speziellen Gerät verstärkt und schließlich als Hirnstromwellen aufgezeichnet. Dieses elektrische Potenzial bauen die Nervenzellen selbst auf. Es ist Zeichen ihrer Aktivität und Funktionstüchtigkeit.

Sie werden gebeten, in einem bequemen Sessel Platz zu nehmen, wo zahlreiche an Drähten befestigte Metallplättchen (Elektroden), mit denen die elektrische Aktivität des Gehirns aufgezeichnet wird, mit einer weichen Haftpaste auf der Kopfhaut befestigt werden. Danach beginnt die eigentliche, etwa 20minütige Untersuchung, während der Sie mit geschlossenen Augen entspannt stillsitzen sollen. Zwischendurch werden Sie aufgefordert, die Augen kurze Zeit zu öffnen und wieder zu schließen, wodurch sich die Hirnstromkurve in einer bestimmten Weise verändert. Um eine eventuell vorhandene Neigung zu Krampfanfällen zu prüfen, werden Sie gebeten, für einige Minuten tief ein- und auszuatmen, oder es erfolgt eine Blitzlicht-Reizung mit einer flackernden Lichtquelle. Bei Durchführung dieser Stimulationen können bei empfindlichen Personen Anfälle ausgelöst werden. Andere Nebenwirkungen der EEG-Untersuchung sind nicht bekannt. Die Haftpaste lässt sich problemlos wieder entfernen oder auswaschen. Die Untersuchung ist schmerzlos, ungefährlich und beliebig wiederholbar.

Jede Störung im Verlauf der Nervenbahnen kann zu veränderten evozierten Potentialen führen (z.B. Tumore, Schlaganfälle, Sehnerventzündung, Multiple Sklerose, Vitaminmangel, Polyneuropathien, Rückenmarkserkrankungen, u.v.m.). Auch eignen sich die Potentiale zur Verlaufskontrolle zur Bewertung des Behandlungserfolges (z.B. Sehnerventzündung).

Da es sich um eine Untersuchung der Funktion der Nervenbahnen handelt, stellen die evozierten Potentiale eine eigenständige Untersuchungseinheit dar, die auch nicht durch bildgebende Verfahren wie z.B. Kernspinntomographie oder Computertomographie ersetzt werden können. Sie haben in der neurologischen Diagnostik nach wie vor einen hohen Stellenwert. Die Ableitung und Auswertung erfordert viel Erfahrung mit dieser Technik.
Das Untersuchungsverfahren Elektroneurographie (ENG)

Die Elektro-Neurographie (ENG) ist eine Untersuchung der Nervenleitung. Sie wird an peripheren Nerven angewendet, also nicht im Bereich von Gehirn und Rückenmark. So lässt sich die Geschwindigkeit bestimmen, mit der ein Nerv elektrische Signale weiterleitet (Nervenleitgeschwindigkeit). Außerdem wird gemessen, wie gut eine elektrische Nervenreizung auf den entsprechenden Muskel übertragen wird (neuromuskuläre Überleitung).

Der Patient liegt so entspannt wie möglich auf einer Untersuchungsliege. Bei der motorischen Neurographie wird der zu untersuchende Nerv an mindestens zwei Stellen in seinem Verlauf elektrisch gereizt. Gemessen wird die Zeit, die von der Nervenreizung bis zur Reaktion (Kontraktion) des dazugehörigen Muskels vergeht. Diese Zeit ist sehr kurz, nur wenige Tausendstel-Sekunden, und muss elektronisch bestimmt werden. Die Muskelkontraktion wird mit Hilfe der Oberflächenelektroden von einem Computer registriert.
Der Nerv wird an zwei verschiedenen Stellen stimuliert. Aus der Differenz der Leitungszeiten und der Strecke zwischen den beiden Reizorten wird die Geschwindigkeit der Nervenleitung (NLG) errechnet.
Die Stromstimulation ist absolut ungefährlich, wird aber von manchen Patienten als unangenehm empfunden. Trotzdem dürfen die Muskeln nicht willkürlich angespannt werden, da sonst die Messung nicht gelingt.

  • Nervenschädigung: es können Nervenschäden festgestellt und klassifiziert werden (z.B. ob nur die Hüllstrukturen des Nervs oder auch sein Inneres betroffen ist). Auch kann der Schädigungsort bestimmt werden (z.B. Nervenschaden im Ellenbogen- oder Handgelenksbereich). Vor einer Karpaltunnelsyndrom-Operation ist das ENG immer durchzuführen.
  • Prognoseabschätzung: Nach einer Nerven- oder Nervenwurzelverletzung, aber auch bei einer Gesichtsnervenschädigung, können die Heilungschancen abgeschätzt werden.
  • Frühe Diagnose: Auch wenn der Patient noch keine Lähmungen verspürt, können im ENG bereits Schädigungszeichen vorhanden sein. Dies ist z.B. bei Diabetikern wichtig, um möglichst frühzeitig Hinweise auf eine Polyneuropathie (Nervenentzündung) zu erhalten.
  • Seltene Krankheiten: durch spezielle Techniken können seltene Krankheiten wie z.B. eine Myasthenia gravis oder eine Polyradikulitis (Guillain-Barré-Syndroms) diagnostiziert werden.
Das ENG wird häufig zusammen mit dem EMG (Elektromyogramm) durchgeführt.
Das Untersuchungsverfahren Videoendoskopie

Die videoendoskopische Untersuchung ermöglicht die genaue Beurteilung des Schluckvorgangs. Da die Bilder gleichzeitig elektronisch aufgezeichnet werden können, ist eine detaillierte Auswertung auch im Nachhinein möglich.
Störungen des Schluckvorganges sind bei neurologischen Erkrankungen häufig anzutreffen. Neben Erkrankungen der Hirnnerven treten sie beispielsweise nach Schlaganfällen oder bei der Parkinson Erkrankung auf. Nicht immer bemerkt der Patient das Verschlucken durch einen Hustenreiz oder Räusperzwang. Gelangen Speichel oder Nahrungsreste in der der Lunge, ist die Gefahr von bedeutsamen Komplikationen wie z.B. einer Lungenentzündung sehr groß. Daher sind das Erkennen von Schluckstörungen und das Vorbeugen von Folgeerkrankungen ein sehr wichtiger Bestandteil der neurologischen Diagnostik.

Das Endoskop ist ein sehr dünner flexibler Schlauch, der durch die Nase eingebracht wird. Da die empfindliche Rachenhinterwand nicht erreicht wird, wird kein Würgereiz ausgelöst. Es werden farblich gekennzeichnete Speisen (z.B. grüne Götterspeise, mit Lebensmittelfarbe angefärbten Maisstärkebrei) verabreicht, die sich gut von der rötlichen Schleimhaut abgrenzen lassen. Das Erkennen unvollständig abgeschluckter Nahrung bildet die Grundlage für die nachfolgende Therapie.
Die Untersuchung ist ungefährlich, wenn keine Anomalien des Nasen-Rachen-Raumes vorliegen. Falls sie das Medikament Marcumar einnehmen, sollten Sie den behandelnden Arzt unbedingt darüber informieren.

  • Es können Nahrungsmittel unterschiedlicher Konsistenz verabreicht werden, um die an die Schluckstörung angepasste Ernährung bestimmen zu können (z.B. angedickte Flüssigkeiten, breiige Kost).
  • Therapieverfahren (sog. Schlucktraining) konzentrieren sich auf die Wiederherstellung eines sicheren Schluckvorgangs. Auch können Kompensationsstrategien (veränderte Kopfhaltung während des Schluckens, bewusstes Räuspern) entwickelt werden.
  • Da die Untersuchung gefahrlos und wiederholbar ist, können Behandlungserfolge dokumentiert werden.
  • Das Verschlucken des Patienten ohne Nachweis einer krankhaften Veränderung in der Videoendoskopie sollte Anlass zu einer erweiterten Diagnostik sein, die in unserem Krankenhaus mit Hilfe der internistischen und radiologischen Klinik durchgeführt werden kann (Spiegelung der Speiseröhre, röntgenologische Darstellung des Nasen-Rachen-Raumes). Auch kann es notwendig werden, den Hals-Nasen-Ohren-Arzt zu Rate zu ziehen.
Prof. Dr. med. Carsten Eggers
Prof. Dr. med. Carsten Eggers
Petra Wieczorek
Tel.: 02041 15-1701
Fax.: 02041 15-1702
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