Penistumor

  • CT/MRT
  • Gewebeprobeentnahme
  • Peniserhaltende Tumorentfernung
  • Penisteilentfernung
  • Penisentfernung
  • Lymphknotenentfernung
  • Systemische Chemotherapie

Wissenswertes zum Peniskarzinom

Häufigkeit
In den westlichen Industrienationen wie Nordamerika oder Europa ist die Häufigkeit einer Penistumorerkrankung selten. Jährlich erkranken 1-2 Männer von 100.000 (ca. 4.000 pro Jahr), während in Entwicklungsländern wie Afrika und Lateinamerika 8 von 100.000 Männern jährlich erkranken. 60 % aller Betroffenen sind älter als 60 Jahre.
Hauptsächlich ist Vorhauttalgansammlung (Smegma) unter einer Vorhautverengung (Phimose) ursächlich. Diesem Smegma wird eine krebserzeugende Wirkung zugeschrieben. Eine Beschneidung (Zirkumzision) schützt allerdings nicht in jedem Fall. Circa 20 % aller Penistumore treten bei beschnittenen Männern auf. Rauchen kann ebenso das Entstehen eines Penistumor begünstigen, genauso wie die Infektion mit Papillomaviren (HPV Subtyp 16 und 18). Mit ansteigender Zahl der Sexualpartner steigt auch das Risiko einer HPV-Infektion.

Histologie:
Die meisten Peniskarzinome sind Plattenepithelkarzinome.

Klinische Symptome:
Meist beginnt es mit uncharakterisitischen Veränderungen an der Eichel. Chronisch entzündliche Veränderungen, Blutungen, aber auch warzenähnliche Veränderungen können Erstmanifestation einer Penistumorerkrankung sein. Wie immer gilt eine primär schmerzlose, geschwürähnliche Veränderung als tumorverdächtig.

Diagnostik:
Die Inspektion jeglicher Veränderungen am äußeren Genitale (Vorhaut, Eichel, Penis) gehört zur Basisdiagnostik. Ebenso eine Abtastung der Leistenlymphknoten. Besteht der Verdacht auf eine Penistumorerkrankung, so muss eine Gewebeprobe aus der Läsion gewonnen werden (Biopsie). Dies kann in Lokalanästhesie oder aber auch in Allgemeinnarkose erfolgen.
Ultraschalluntersuchungen oder die Durchführung einer Magnetresonanztomographie sind gute Verfahren, um herauszufinden, wie tief ein Tumor bereits gewachsen ist. Die Bildgebung von Leistenlymphknoten, um zu wissen, ob der Tumor bereits gestreut hat, ist meist unspezifisch. Da das Wissen um die Streuung in den Leistenlymphknoten eine große Bedeutung für die Prognose der Erkrankung hat, ist heute nach wie vor eine operative Entfernung dieser Lymphknoten maßgeblich.

Therapie:
Ziel jeglicher Therapie muss die komplette Entfernung des Tumors sein. Zeitgleich muss aber darauf geachtet werden, dass sowohl ein gutes funktionelles als auch kosmetisches Ergebnis bei Operationen am äußeren Genitale erzielt wird. Bei größeren Tumorbefunden sollte auf chirurgisch rekonstruktive Verfahren zurückgegriffen werden.
Bei lokalem kleinen Befall kann eine chirurgische Exzision mit ausreichendem Sicherheitsabstand erfolgen. Auf eine Entfernung der Leistenlymphknoten wird in der Regel verzichtet. In diesen Fällen wird auch häufig ein Laser zur Therapie eingesetzt.
Bei größeren Befunden ist eine Teilentfernung der Eichel mit Harnröhre oder aber auch Teile des Penisschaftes mit Harnröhre erforderlich. Hier gilt neben der kompletten Tumorentfernung auch die  Schaffung eines funktionell und kosmetischen guten Ergebnisses als primäres Ziel. In diesen Fällen folgt der primären Tumoroperation auch eine Entfernung der Leistenlymphknoten. Weit fortgeschrittene Tumore bedürfen einer Teil- oder Komplettamputation des männlichen Genitales mit Schaffung eines anderweitigen Urinausgangs.

Therapie des fortgeschrittenen Tumors:
Wie bei vielen anderen Tumorerkrankungen spielt hier die Strahlentherapie kombiniert mit der Chemotherapie eine große Rolle. Zunächst erfolgt natürlich die chirurgische Therapie des Penistumors und wenn möglich die Entfernung der befallenen Leistenlymphknoten. Wie bei vielen anderen Tumorerkrankungen spielt hier die Strahlentherapie kombiniert mit der Chemotherapie eine große Rolle. Aufgrund der Seltenheit dieser Tumorerkrankung ist die Erfahrung mit Strahlen- und Chemotherapie nur sehr gering. Aber die unermüdliche Forschungsarbeit erbrachte in den letzten Jahren Fortschritte in der Etablierung fester Chemotherapiestandards. Wenn diese gut anspricht, hilft sie, die Überlebenswahrscheinlichkeit zu erhöhen. Letztendlich geht aber die fortgeschrittene Penistumorerkrankung, auch noch heute, mit einer insgesamt schlechten Gesamtprognose und einer geringen Überlebenswahrscheinlichkeit einher.

Um so wichtiger ist es, trotz aller Scham, bei jeglichen Veränderungen am äußeren männlichen Genitale, den Arzt, insbesondere den Urologen, aufzusuchen.

 

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